Plattdeutsch trifft auf Schwäbisch

Wie in jedem Jahr im Oktober gestalteten wir auch in diesem Jahr den traditionellen Heimatabend und den Seniorennachmittag in der Halle, in der bewährten Zusammenarbeit mit dem Bürgermeisteramt Waldburg. Auch in diesem Jahr konnten wir eine interessante Folkloregruppe gewinnen, die wir seit zwanzig Jahren selber kennen und schön öfters besucht hatten. Unser letzter Besuch ist zwei Jahre her, als wir zur internationalen Trachtenbegegnung in Scheeßel waren, somit war es uns eine Ehre und Selbstverständlichkeit die Scheeßeler zu unserem Heimatabend einzuladen. Die „Original Scheeßeler Trachtengruppe“ nahm die Einladung sehr gerne an und reiste mit 27 Trachtlern am vergangenen Freitag, 07.10.2016 an.

Nach der Ankunft am späten Freitagnachmittag wurden die Gäste aus dem hohen Norden nach guter alter Tradition und Sitte auf die Gastfamilien verteilt. Am Abend gab es die erste gemeinsame Veranstaltung in unserem Vereinsheim, bei dem alte Freundschaften gefestigt und neue Freundschaften geschlossen wurden. Den Samstag nutzte die Gastgruppe zum Sightseeing nach Lindau und Bregenz unter der Leitung unseres Vorstandes Werner Halder, währenddessen in der Halle die Vorbereitungen des Heimatabends auf Hochtouren liefen. Im Abendprogramm zeigten dann die Gastgruppe und wir unser Können. Werner führte wie immer durch das Programm in gekonnter und gewohnter Weise.
In ihren Tänzen zeigten sie uns die Traditionen ihrer lüneburgischen Heimat, die bei geselligen Anlässen, wie Hochzeiten, Ernte-, Volks- und ähnliche Feste gepflegt wurden und durch solche Gruppen noch heute lebendig sind. “Goo`n Dag, Goo`n Dag, dat ganze Hus bring ick den Hochtiedsbittergruss” so eröffnete der „Hochtiedsbitter“ den Gastauftritt der Scheeßeler in Waldburg. Im Verlauf des Abend zeigten sie uns die „Scheeßeler Bunte“ ein Alleinstellungsmerkmal der Trachtengruppe aus dieser Region. Scheeßeler Bunte sind die überlieferten Tänze und Musik, die meisten beruhen auf Contra Tänzen und bilden Figurenteile die bis zum Ende des Tanzes wiederholt werden. Einen Höhepunkt des Abends steuerten wir selber bei und zeigten seit langen mal wieder den „Holzhacker“. Wo geschlagen wird fallen Späne, so könnte man diesen Plattler umschreiben. Die Burschen schlagen im Takt der Musik mit Äxten das Holz und zeigen einen Alltagsauschnitt der Holzarbeiter aus längst vergessener Zeit.


Am Sonntagvormittag zeigten wir den Gästen nach der Kirche die Burg, hatten aber wieder kein Glück mit der Sonne. Den herrlichen Blick über Landschaft, Berge und Bodensee konnten wir leider nicht anbieten. Am Nachmittag konnten wir den zahlreichen Senioren und Gästen wieder ein sehr abwechslungsreiches Programm anbieten und als Ehrengast nun auch Tonia Marxer als stellvertretende Bürgermeisterin begrüßen. Lang anhaltender Beifall an beiden Tagen bestätigte uns, dass es uns wieder gelungen war, kulturelle Höhepunkte in der Gemeinde zu gestalten. Im Namen des Trachtenvereins bedanken wir uns bei allen die zum Gelingen dieses Festes beigetragen haben und freuen uns schon auf nächste Jahr ihnen wieder einen kulturellen und kurzweiligen Abend gestalten zu dürfen.